Mehr Mut durch Melbourne (und Australien)…

Hat Dich schon einmal eine Reise sehr verändert? Bei mir war es Australien!

Ich hatte vor einigen Monaten von der Aktion „Projekt 360°: Um die Welt, zu Dir selbst“ gelesen und gleich gewusst, dass ich mit Australien mitmachen möchte. Vielen Dank an Igor für diese tolle Idee. Hier kannst Du nachlesen, wie mich Australien auf drei Reisen dorthin geformt hat.

Das erste Mal in Australien

Das Logo der University of Melbourne findet man an vielen Gebäuden auf dem Campus
Das Logo der University of Melbourne

14.02.1996: Das erste Mal setze ich den Fuß auf australischen Boden. Hier werde ich in den kommenden 10 Monaten studieren.

Der Anfang ist noch einfach, den ich werde am Flughafen von einem Mitarbeiter des Studierendenbüros abgeholt. Die nächsten Tage verbringe ich schlafend, wandere abends durch die Stadt und verbringe die Nächte lesend im Bett.

 

 

So beginnt ein knappes Jahr, was geprägt war von vielen ersten Malen und neuen Erfahrungen. Und war ich vorher eher schüchtern und nicht ganz so wagemutig, ist Australien einfach das andere Ende der Welt und vieles ist einfach anders. So war auch ich dort eine andere Person, habe vieles ausprobiert. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich – da ich dort zu Beginn ja niemanden kannte – einfach allein losziehen musste, wenn ich bestimmte Dinge sehen oder erleben wollte.

Die Tram 72, die das Bild zeigt, fahrt zur Universität
Mit den grüngelben Trams war ich viel in Melbourne unterwegs

Gleich zu Beginn der Zeit habe ich auch Claudia, Belinda, Paula und viele andere Menschen kennengelernt. Mit Claudia bin ich bis heute befreundet. Auch das hat Australien bewirkt: Ich habe meine übliche Zurückgezogenheit aufgegeben und mich viel schneller neuen Menschen geöffnet, als ich das in den ersten 23 Jahren meines Lebens getan habe.

Die zweite Reise nach Australien – das Biologenherz schlägt schneller…

1999 heißt es: Endlich zurück in Australien. Zum ersten Mal werde ich über 2 Monate allein unterwegs sein. Wieder hat Australien diese Wirkung auf mich: Hier ist alles möglich! Ich mache mir keine Gedanken darüber, wie ich die Reise alleine bewältigen werde, sondern genieße es, alleine zu entscheiden, wohin es geht und von Adelaide nach Perth zu reisen. Und natürlich besuche ich auch Melbourne.

Die Blüte sieht so aus, als ob man mit ihr Gläser spülen könnte. In English heißt die Pflanze daher auch bottlebrush, in deutsch Zylinderputzer
Die Blüte sieht so aus, als ob man mit ihr Gläser spülen könnte. In English heißt die Pflanze daher auch bottlebrush, in deutsch Zylinderputzer

Und auch auf dieser Reise wächst der Mut: Als Biologin möchte ich gerne jede Möglichkeit der Tierbeobachtung nutzen. Als Stadtkind (und generell als eher vorsichtiger Mensch) bin ich aber auch scheu, was den Kontakt zu „wilden Tieren“ anbelangt. Der Wunsch jedoch, die reiche Flora und Fauna Australiens zu beobachten, ist stärker.

Ich war froh, dass ich in Westaustralien auch einen Dornteufel entdeckt habe.
Ein Dornteufel (Moloch horridus)

Und wieder mehr Mut…

Das ängstliche Stadtkind klettert also in Felsen umher, schnorchelt mit Haien (ja, O.K. sie waren nur ca. 80 cm lang… ) um sich her und geht nachts in Wasser, um das „coral spawning“, also die Vermehrung der Korallen zu beobachten. Das war eines des beeindruckendsten Erlebnisse meines Lebens. Ich hatte die richtige Nacht erwischt (die Korallen vermehren sich nur in 1-2 Nächten im Jahr) und erlebte, wie Millionen von Eiern der Korallen im Wasser schwebten. Es war wie Schnee von unten. Und ich war sehr froh, dass ich – selbst in dem Moment, in dem ich dachte, dass meine Taschenlampe einen Hai angeleuchtet hat – im Wasser geblieben und mir dieses Naturschauspiel angesehen habe.

Die letzten drei Wochen dieser Zeit verbrachte ich in Tasmanien. Ich besuchte dort eine Freundin, die Wallabies für ihre Doktorarbeit erforschte und beobachtete. Auch ich wollte meine Dissertation in Australien schreiben. Und ich wusste auch, worüber: über Wombats. Ich arbeitete in dieser Zeit sehr viel an meinem Konzept und bewarb mich von Deutschland aus um ein Stipendium. Und wurde nicht genommen. Aus sicherer Quelle wusste ich, dass meine Chancen bei einer weiteren Bewerbung gut stehen würden und bereitete diese vor, denn ich wollte ja in Australien promovieren…

Das dritte Mal in Australien – ich weiß nun was ich will

Zu lange war ich nicht mehr dort, wo ein Teil meines Herzens geblieben ist. Aber der weitaus größere Teil meines Herzens war nun in Berlin.

2007 kehre ich mit meiner Freundin Claudia, die ich 1996 in Melbourne kennengelernt hatte, dorthin zurück. Wir besuchten Freunde und erlebten, wie sich Melbourne in den vergangenen 11 Jahren verändert hatte. Und bereisten gemeinsam die Westküste – wieder ein erstes Mal für mich, denn im Westen Australiens war ich vorher nicht gewesen. Es war schön, mit Claudia zusammen in Australien zu sein.

Die Pinnacles im Sonnenuntergang - ein magischer Ort
Die Pinnacles im Sonnenuntergang – ein magischer Ort

Meine Veränderungen auf dieser Reise waren nicht mehr so groß; ich war leider auch nur 3 Wochen unterwegs. Australien begeisterte mich wieder durch seine Natur, Pflanzen und Tiere. Dennoch wusste ich, dass die Entscheidung, nicht in Australien zu promovieren, die richtige gewesen ist.

Ich bleibe in Berlin…

In der Zeit als ich 2000 meine zweite Bewerbung für das Promotionsstipendium in Australien vorbereitet hatte, war meine Beziehung zu Mick so gewachsen und gefestigt, dass ich nicht mehr für mindestens 3 Jahre von ihm getrennt sein wollte. Und da ich mir nie vorstellen konnte, in Deutschland als Biologin zu arbeiten (Frag‘ mich nicht, warum nicht; mir war schon immer klar, dass ich das nur in fernen Ländern tun konnte…) fiel auch schon bevor ich mit meiner Dissertation begann der Entschluss, danach nicht als Biologin zu arbeiten.

Dennoch bin und bleibe ich Biologin und werde immer die Möglichkeit nutzen, etwas über Tiere und Pflanzen zu lernen, sie zu betrachten und zu beobachten. Diese Begeisterung für die Natur, die schon seitdem ich denken kann, in mir ist, bricht sich in Australien noch mehr als in anderen Ländern, ihre Bahn. Und ich hoffe, dass ich diesen Blogbeitrag bald um eine vierte Reise ergänzen kann.

Und wie immer zum Schluss noch ein Buchtipp:

*

Meine Freundin ist vor einigen Jahren mit Mann und Kindern nach Australien ausgewandert. Ihr Mann Daniel beschreibt in diesem Buch sehr anschaulich und witzig das erste Jahr in Australien.

Und Du: Welche Reise hat Dich sehr verändert oder gibt es ein Land, das Dich sehr beeinflusst hat? Ich bin gespannt, in den Kommentaren darüber zu lesen.

Disclaimer: Diese Reisen wurden komplett mir geplant und selbst bezahlt und in keiner Weise gesponsert. Der mit * versehenen Link ist ein Link aus dem Amazon Partnerprogramm. Wenn Du Artikel über diesen Link einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision ohne Mehrkosten für Dich. Ich sehe auch nicht, wer etwas erworben hat.

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Hat Dich einmal eine Reise verändert? Meine drei Australienreisen war reisen zu mir selbst.

 

 

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11 thoughts on “Mehr Mut durch Melbourne (und Australien)…

  1. Oh ich möchte auch unbedingt mal nach Australien. Mal schauen, wann wir das realisieren können. Schön, dass du dort so tolle Erfahrungen gemacht hast und es dein Leben geprägt hat. Reisen ist etwas ganz besonderes!

    1. Hallo Lisa,
      ich hoffe für euch, dass ihr bald eine Reise nach Australien realisieren könnt. Es lohnt sich!
      Viele Grüße
      Diana

  2. Ein sehr schöner und vor allem interessanter Beitrag! Und natürlich auch ein gutes Beispiel dafür, wie sehr uns das Reisen und die Erfahrungen, die wir auf Reisen machen, verändern.

    1. Hallo Christine,
      vielen Dank! Und ich freue mich darauf, in den folgenden Jahren noch viele Reisen zu machen jnd viele Veränderungen zu erleben!
      Viele Grüße
      Diana

  3. Liebe Diana,
    wie schön, dass Australien so viel in dir ausgelöst hat.
    Interessant, wie sich das auch über die Jahre hinweg immer wieder in Teilen wiederholt.
    Ich habe nicht wirklich ein Land, was eine große Veränderung in mir ausgelöst hat. Eher habe ich ganz viele verschiedene Dinge aus verschiedensten Ländern für mich mitgenommen und gelernt. Und grundsätzlich hat mich die Erfahrung des Alleinereisens mutiger und offener gemacht. Was ich früher für unmöglich gehalten hatte, ist heute keinen zweifelnden Gedanken mehr wert und wird einfach angegangen.

    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog PASSENGER X

    1. Liebe Nicole,
      ja, es stimmt. Das Alleinreisen macht mutiger, da man sich nur auf such verlassen kann. Das war auch für mich eine ganz tolle Erfahrung!
      Nun bin ich gespannt, von welchen Veränderungen Du von Deiner fünfmonatigen Südameroka-Reise berichten wirst.
      LG Diana

  4. Ein schöner, sehr persönlicher Artikel, der mich inspiriert, Australien eine Chance zu geben. An für sich habe ich etwas Angst davor, da ich mich vor Spinnen und Schlangen fürchte. Umso mehr bewundere ich, dass Du auf Felsen herumgeklettert bist,
    Welche Reise mich verändert hat? Ich denke, meine erste Reise allein nach Ägypten mit 25. Ich habe damals alle Ängste über Bord geworfen und kam furchtlos nach Deutschland zurück. Vielleicht bräuchte ich mal wieder eine solche Erfahrung. 🙂 LG Ricarda

    1. Liebe Ricarda,
      so viele Spinnen und Schlangen habe ich dort gar nicht gesehen, obwohl ich fast ein Jahr dort gelebt habe. Aber ich denke auch, dass man sich zwischendurch immer wieder Herausforderungen stellen sollte. Da käme ja ein Trip nach Australien gerade richtig…😉
      LG Diana

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