Ein Wochenende im Harz – eine Wanderung mit Stempelstellen

Das Bild zeigt den Blick in einen Wald und trägt die Überschrift des Beitrags "Ein Wochenende im Harz - WAnderung mit Stempelstellen"

Nachdem das Abenteuer der Rückwanderung vom Bergtheater Thale überstanden war, freuten wir uns am Sonnabend, 30.07. auf einen schönen Tag im Harz mit einer abwechslungsreichen Wanderung. Nach dem reichhaltigen und leckeren Frühstück im Hotel Villa Alice sind wir zur Talstation der Seilbahnen in Thale gelaufen. Hier waren wir im Frühjahr schon einmal und sind dann mit der Gondelbahn zum Hexentanzplatz und auch wieder zurück und dann mit dem Sessellift zur Rosstrappe und auch wieder runter. Schwiegervater und Mick sind oben auch noch gerodelt. Den Preis für beide Fahrten hoch und runter als auch einmal rodeln mit dem Harzbob (=SuperSpar Alles) fand ich mit 11,50 € mehr als O.K. Dieses Mal wollten wir aber nur zum Hexentanzplatz hochfahren und dort oben wandern. So sind wir dann für 4,50 € mit der Gondelbahn nach oben gefahren. Ach so: Wenn Du einmal mit der Gondel fahren möchtest, dann achte darauf, dass Du eine Gondel mit einem Glasboden bekommst (jede zweite hat einen Glasboden; ich glaube, das sind die grünen Gondeln); es ist so toll, auf den Boden zu schauen (und das sagt jemand mit einer „leichten“ Höhenangst)…

Die Gondeln der Thale seilbahnen

 

Die Gondel mit dem Glasboden ist nichts für Menschen mit Höhenangst.

Die Stempelstellen der Harzer Wandernadel

Ich hatte ja eingangs erwähnt, dass es eine Wanderung mit Stempelstellen war. Was hat es damit auf sich? Im Harz gibt es 222 Stempelstellen der Harzer Wandernadel. Die Stempelstellen sind Kästen, in denen sich ein Stempel befindet. Kommt man nun an eine Stempelstelle, kann man in den Wanderpass, den man an sehr vielen Orten teilnehmender Tourismus- oder Kureinrichtungen gegen einen Betrag von einigen Euros erhält, stempeln. Und entsprechend der Anzahl der Stempel kann man Abzeichen, so genannte Wandernadeln, erwandern. Für 8 unterschiedliche Stempel gibt es die Bronzene, für 16 unterschiedliche Stempel die Silberne und entsprechend für 24 unterschiedliche Stempel dann die Goldene Harzer Wandernadel. Das geht bis zur Harzer Wanderkaiserin bzw. Harzer Wanderkaiser für alle 222 Stempel. Für Kinder gibt es noch einmal extra Auszeichnungen.

Zu Beginn unserer Wanderung hatte ich nur 3 Stempel in meinem Wanderpass. Ich habe den Wanderpass zwar schon seit 4 Jahren und wir fahren mindestens einmal im Jahr in den Harz, allerdings hatte ich den Pass auch zweimal vergessen. Nun hatte ich ihn aber mit und wollte endlich einige Stempel dazu erhalten.

Der Wanderführer der Harzer Wandernadel

Um zu sehen, welche Stempelstellen es gibt, welche man auf Wanderungen miteinander verbinden kann und was es dort noch zu sehen gibt, habe ich mir zum letzten Geburtstag den Wanderführer Harzer Wandernadel: Auf Stempeltour durch den Harz* von Jens Langlott von 2014 schenken lassen. Mir gefällt es gut, dass dort die Stempelstellen auf jeweils einer Seite beschrieben sind und man auch erfährt, welchen Schwierigkeitsgrad eine Wanderung hat und von wo aus man loswandern kann, um die Stempelstellen zu erreichen. Außerdem hilft das Lesen der Beschreibung der nächsten Wanderung, die Zeit zu verkürzen bis wir wieder im Harz wandern können. Dazu gibt es ein 3 teiliges wetterfestes Kartenset Harzer Wandernadel*, in das alle Stempelstellen eingetragen sind.

Es gibt wohl eine neuere Ausgabe von 2016*, aber die kam erst heraus, als ich den Wanderführer bereits hatte.

Die Prinzensicht (erste Stempelstelle des Tages)

Wir sind zuerst am Tierpark vorbei in Richtung der Prinzensicht gewandert und haben den Abzweig zur La Vierhöhe erst einmal nicht beachtet, da wir dort auf dem Rückweg hin wollten. Schnell haben wir die Menschenmassen vom Hexentanzplatz hinter uns gelassen. Am Abzweig zur Prinzensicht war ein Wegweiser, der auf das Pfeil-Denkmal hinwies. In meinem Wanderführer zur Harzer Wandernadel hatte ich schon entdeckt, dass am Pfeil-Denkmal auch eine Stempelstelle ist, also hatten wir beschlossen, auch dort noch hinzuwandern nachdem wir die Prinzensicht genossen haben.An der Prinzensicht, hatten wir eine tolle Aussicht in das gesamte Bodetal, aber sehr selbst. Nach dem Stempeln ging es dann wieder zurück zum Abzweig und wir wandten uns nicht wie ursprünglich geplant dem Weg zur La Viershöhe zu, sondern wollten uns noch das Pfeildenkmal anschauen.

 Blick vom Ausblickspunkt Prinzensicht

Zum Pfeil-Denkmal (zweite Stempelstelle des Tages)

Von dem Abzweig zur Prinzensicht zum Pfeildenkmal sind es 1,9 km. Der Weg war eben, nicht besonders anstrengend und nicht besonders aufregend. Das Pfeil-Denkmal war errichtet worden für Wilhelm Pfeil (1783-1853), einen Forstmeister, Hochschullehrer und Schriftsteller, der in der Forstwirtschaft sehr bewandert war und der sehr in den Wäldern rund um Thale wanderte. Das Denkmal zeigt einen Hirsch auf einem schwarzen Gedenkstein.

Das Bild zeigt den Gedenkstein für Wilhelm Pfeil

Neben dem Denkmal ist das Gedicht „Das Jagdhäuschen auf dem Dambauchaus“ von Pfeil abgebildet und die vierte Strophe daraus lautet:

„Hier ist der Welt Geräusch verklungen,

Hier leb ich dir allein, Natur!

Bis hierher ist kein Streit gedrungen,

Hier herrscht der tiefste Friede nur!“

Das finde ich sehr schön und beschreibt für mich gut die Harzer Wälder.

La Viershöhe (dritte Stempelstelle des Tages)

Nun ging es zurück zur La Viershöhe, die nach La Viers, einem Oberförster benannt ist. Auch hier hatten wir eine tolle Aussicht und ich konnte nach Prinzensicht und Pfeil-Denkmal an der La Viershöhe den dritten Stempel an diesem Tag in meinen Wanderpass stempeln.

Das Bild zeigt die Sicht von der La Viershöhe aus in Richtung RosstrappeDie Rosstrappe von der La Viershöhe her gesehenStempelkasten an der La Viershöhe

Von der La Viershöhe zum Hirschgrund

Nun kam für mich der anstrengendste Teil des Weges, da wir hinunter zum Hirschgrund wandern wollten. Ich hatte in meinem Wanderführer gelesen, dass dies ein sehr anstrengender Weg ist, wenn man ihn bergan geht, was auch so auf den Wanderschildern ausgewiesen ist.

Das Wanderschild zeigt an, dass der Weg vom Hirschgrund zum Hexentanzplatz sehr beschwerlich ist.

Allerdings fand ich den Weg auch bergab sehr anstrengend, auch wenn es nur 2 Kilometer sind. Und das aus folgendem Grund: Ich habe leider nicht so lange Beine (schon oft bedauert und dadurch, dass ich proportional einen langen Oberkörper habe, bin ich zum Beispiel im Sitzen größer als Mick, der aber sonst mehr als 10 cm größer als ich ist. Man kann also sagen ich bin ein Sitzriese, oder eine Sitzriesin).. Zudem bin ich auch nicht sooo trittsicher. Auf diesem Weg nun gab es sehr hohe Stufen (für mein Empfinden, alle anderen, die darauf wanderten, hat das nicht gestört). Für mich war es dann immer schwierig, diese Stufe als Stufe zu nehmen, und einfach mit dem Fuß auf die nächste Ebene zu treten, sondern für mich arten schon kleinere Stufen in klettern aus. (Für Bergpartien bin ich also dermaßen ungeeignet…). Naja, dadurch hat auch der Weg bergab für uns sehr lange gedauert, über eine Stunde. Glaub mir, alle sind an uns vorbeigezogen und waren schneller. Jemand mit normal langen Beinen und dem Vertrauen, Stufen einfach bergab zu gehen, benötigt vielleicht nur 45 Minuten.

Mick war mir auf jeden Fall immer voraus, wie man auf diesem Bild sehen kann.

Mick auf dem beschwerlichen Wanderweg

Im Bodetal

Endlich war der Hirschgrund erreicht und die Bode schlängelt sich dort entlang durchs Tal. Natürlich habe ich zuerst in meinen Wanderpass gestempelt und dann sollte es das wohlverdiente Bier geben. Leider war es in dem Gasthaus Königsruhe am Hirschgrund sehr voll und so sind wir etwas weiter zum Kleinen Waldkater gewandert. Hier gab es nun endlich das verdiente Bier und eine leckere Brotzeit-Platte. Und schon wieder habe ich vergessen, ein Foto zu machen bevor wir alles aufgegessenen haben

Gut gestärkt sind wir dann an der Bode entlang zurück zur Talstation der Seilbahnen und von dort aus in unser Hotel gewandert.

Hier noch zwei Bilder, die für mich zeigen, dass der Harzer Wald etwas Märchenhaftes hat.

Monster im Harzer MärchenwaldEin Falter im Harzer Märchenwald

 

 

Unsere gesamte Wanderstrecke betrug an dem Tag:

Hexentanzplatz zur Prinzensicht: 2,0 km

Prinzensicht zum Pfeildenkmal: 2,5 km

Pfeildenkmal zur La Viershöhe: 2,5 km

La Viershöhe zum Hirschgrund: 2,0 km

Hirschgrund zur Talstation Seilbahnen: 1,0 km

 

Und wie ist es mit Dir: Wanderst Du gerne? Und hast Du auch schon einmal im Harz Stempel gesammelt? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Disclaimer: Diese Reise wurde komplett von Mick und mir geplant und selbst bezahlt und in keiner Weise gesponsert. Die mit * versehenen Links sind Links aus dem Amazon Partnerprogramm. Wenn Du Artikel über diese Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision ohne Mehrkosten für Dich.

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4 thoughts on “Ein Wochenende im Harz – eine Wanderung mit Stempelstellen

  1. Hallo Diana,
    was für tolle Bilder! Die Seilbahn mit Glasboden ist herrlich und wirklich ein totaler „Harz-Klassiker“! Und ja, der Harz ist wirklich märchenhaft!;) Bin gespannt, welche Bilder und Erlebnisse Du aus Wernigerode mitbringst!
    Viele Grüße, Lisa

    1. Hallo Lisa, es freut mich, dass Dir der Beitrag und die Bilder gefallen. Ich bin schon sehr gespannt auf Wernigerode im Winter und vor allem auf die Pferdeschlittenfahrt. Ich werde berichten und hoffentlich auch hiervon schöne Bilder mitbringen!
      Viele Grüße, Diana

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